Wo etwas gekauft wird, wird auch Müll produziert. Das wurde den Schülern der Deutschklasse bewusst, als wir uns Müll genauer ansahen. Dass es Verpackungen gibt, die man wiederverwenden kann und solche, die besser geeignet sind als andere, dass außerdem Mülltrennung sehr wichtig ist, war bereits in unserem Bewusstsein verankert. Auch der Wertstoffhof war bereits im Vorfeld unter die Lupe genommen worden, als wir der Frage nachgingen, was aber mit Müll passiert, der eben nicht recycelt werden kann.

Hierzu lud der Zweckverband für Abfallverwertung Südostbayern, (ZAS) die Klasse ein, den Weg des Restmülls nachzuverfolgen.
Hierzu besichtigten wir zuerst die Müllumladestation in Mühldorf, wo sämtlicher Restmüll aus dem Landkreis gesammelt, verpresst und in Waggons geladen wird. Diese Züge steuern die Müllverbrennungsanlage in Burgkirchen an. Hier wiederum landet der Restmüll aus weiteren fünf Landkreisen. Im Bunker lockert die Kralle den Müll, bevor er dann im Ofen bei 1000 Grad verbrannt wird. Die Abgase, die hier entstehen, werden vierfach gefiltert, wodurch am Ende das, was herauskommt, deutlich unterhalb der zugelassenen Grenzwerte liegt. Zudem nützt man die Hitze der Öfen, erwärmt hiermit Wasser und erzeugt mit dem Wasserdampf Strom. Neben den Fakten wirkte alleine die Größe der Anlage, die wir an diesem Tag in all seinen Abteilungen hautnah miterleben durften, beeindruckend.

Es ist ein ausgeklügeltes System, das in der Planungsphase vor 30 Jahren nicht bei allen Anwohnern auf Begeisterung stieß. Man hatte Bedenken, dass die Anlage negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte. Heute weiß man, dass Burgkirchen die sauberste Müllverbrennungsanlage in Deutschland ist.
Ausgestattet mit bleibenden Eindrücken, Informationsmaterial, und Stiftehaltern in Form von Mülltonnen traten wir nach der Führung den Rückweg an.
Die Eingangsfrage konnten wir am Ende des Tages gut beantworten: Es wird saubere Energie aus Müll erzeugt – jedoch sollte man dabei natürlich nicht vergessen, dass diese Art der Restmüllverwertung zwar besser als ein einfaches Vergraben ist, jedoch der beste Müll immer noch kein Müll ist!
Annette Vesic
