Essen, was eh schon da ist

Diesen Satz hat sich das Team der Community Kitchen in München Neuperlach zum Motto gemacht und in München einen Treffpunkt ins Leben gerufen, wo aus noch genießbaren Lebensmitteln, die eigentlich im Mülll landen würden, leckere Mahlzeiten gezaubert werden.

Wir wollten es genauer wissen und haben diesen Ort an einem Tag genauer unter die Lupe genommen. Zwei Pädagogen führten uns durch den Tag. Sie brachten uns ihre Ideen und deren Umsetzung nahe: wir erfuhren zum Beispiel, dass alleine in München täglich fast 170 000 Tonnen Lebensmittel entsorgt werden. Hiervon „retten“ sie wöchentlich 15 Tonnen, verarbeiten sie in Großküchen, um sie in ihrem Restaurant jedermann zu einem fairen Preis anzubieten. Jedermann haben wir auch tatsächlich angetroffen: Das Publikum ist bunt gemischt, aber insgesamt auf jeden Fall motiviert, an einer guten Sache mitwirken zu können. Durch diese ungewöhnliche Art, auf Einkauf zu verzichten, können 30 Tonnen CO2 eingespart werden.

Der Museumspädagoge Lucas führte uns auch durch eine dortige Kunstausstellung, in der Künstler aus dem Münchner Raum verschiedene Lebensmittel und Küchengeräte verfremdet darstellten: Einen verwelkten Lauch; eine übergroße Reibe; ein Gemälde, das ein Ei darstellt und aus Eiern gefertigt wurde und vieles mehr.

Im Anschluss daran legten die Schüler beim Kochen für das Mittagessen selbst Hand an und verarbeiteten in der Küche kiloweise Äpfel. Höhepunkt aber war das gemeinsame Essen. Ich muss sagen, das, was sie dort aus den Lebensmitteln gezaubert hatten, war wirklich beachtlich – auch wenn es dem ein oder anderen Schüler vielleicht einen Ticken zu exotisch oder zu gemüselastig war.

Im Großen und Ganzen aber war der Tag für alle gewinnbringend. Wann hat man schon die Möglichkeit, mal hinter die Kulissen einer solch innovativen Idee zu blicken? Schön war auch das Bewusstsein, dass man ganz einfach selbst etwas Konkretes gegen den Klimawandel tun kann, nämlich indem man eben das isst, was eh schon da ist.

Annette Vesic

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