Weniger ist mehr

Die Deutschklasse auf dem Weg zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Dass die Ausstellung „Wege in die Zukunft – für Dich und die Welt“ in Traunstein mit dem Zug von Mühldorf aus gut erreichbar ist, haben wir uns zunutze gemacht und sind Ende November spontan dort hingefahren. Es wurde versprochen, sich zum Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz schlau machen zu können und sein eigenes Verhalten auf den Prüfstand stellen zu können. Hr. Kleinbold, der uns in Empfang nahm und uns durch die Ausstellung begleiten würde, war ehemals auch Lehrer und hatte ein gutes Gespür dafür, wie er die Lebenswelt der SchülerInnen mit den Inhalten der Ausstellung verbinden konnte. Ausgehend von den 17 Zielen der zu diesem Zeitpunkt stattfindenden Klimakonferenz erfuhren die Schüler an sechs verschiedenen Stationen, wie sie es anstellen können, eine klimafreundliche(re) Lebensweise zu entwickeln. Anhand von Texten, Videos, Hördateien, Drehscheiben, Schubladen mit Informationen und vielen anderen Dingen zum Anfassen und Ausprobieren standen Themenbereiche wie Ernährung, Wohnen, Mobilität, Kleidung und technische Geräte auf dem Prüfstand. Wie kann ich meine Ernährung den Jahreszeiten anpassen? Wie wenig verdienen die Arbeiter an meinem T-Shirt, das aus fernen Kontinenten kommt? Wie viel neue Kleidung braucht der Mensch eigentlich? Wie kann man Mobilität klimafreundlicher gestalten? Wie und wo werden technische Geräte produziert und entsorgt? Muss man alle zwei Jahre ein neues Handy kaufen? Lohnt auch eine Reparatur? Wie kann man es anstellen, dass die Armut abnimmt? Wie kann unser Energiebedarf überdacht und klimafreundlich gedeckt werden? Das waren nur ein paar der Fragen, die hier in den Raum gestellt wurden. Der Abschluss bildete die Erstellung des ökologischen Fußabdrucks: ein Selbstcheck zu unserer individuellen Lebensweise mit Tipps für eine nachhaltigere Lebensweise. Die Ausstellung kann natürlich nicht auf alle Fragen Antworten geben, hat einen aber sehr zum Nach- und Umdenken angeregt.

Dass man sich global wie auch auf kleinster Ebene mit der Frage auseinandersetzen muss, wie die Ressourcen auch zukünftig für alle Menschen ausreichen werden, wurde nicht zuletzt durch die Geschehnisse der letzten Monate verdeutlicht, sondern auch durch die Tatsache, dass just an dem Tag, an dem wir die Ausstellung besuchten, die Bevölkerungszahl die 8-Millionen-Marke knackte.

Annette Vesic

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