Im Rahmen der Projektwoche erlebten die 5. Klassen der Mittelschule Mühldorf eine spannende und lehrreiche Stadtführung durch einen Teil der historischen Altstadt von Mühldorf. Die Führung bot den Schülerinnen und Schülern nicht nur einen Einblick in die Geschichte ihrer Heimatstadt, sondern weckte auch großes Interesse an den besuchten Orten.
Der erste Programmpunkt war der Aufstieg auf den Nagelschmidturm. Nachdem die Schülerinnen und Schüler die vielen Stufen erklommen hatten, wurden sie mit einem beeindruckenden Ausblick über die Stadt belohnt. Besonders die Höhe des Turms hinterließ bei den Kindern einen bleibenden Eindruck. Im Turm selbst konnten sie ein detailgetreues Holzmodell der Stadt bestaunen und suchten voller Eifer bekannte Gebäude.

Weiter ging es zum Rathaus, wo die Schülerinnen und Schüler anhand eines Gemäldes die Bedeutung und den Ursprung des Ausdrucks „salomonisches Urteil“ kennenlernten. Im Sitzungssaal erfuhren sie, dass Mühldorf früher zu Salzburg gehörte. Neugierig stellten die Kinder zahlreiche Fragen zu den Gemälden und Gegenständen im Saal. Ein besonderes Highlight war, dass ein Schüler auf dem Bürgermeistersessel Platz nehmen durfte und sich wie der Bürgermeister fühlen konnte.

Den Abschluss der Führung bildete die Besichtigung der Hexenkammer, wo die Schülerinnen und Schüler die tragische Geschichte der Magd Maria Pauer kennenlernten. Maria Pauer wurde 1749 unter dem Verdacht der Hexerei für drei Monate in der Hexenkammer eingesperrt und ein Jahr später zum Tode verurteilt. Die Schüler waren tief berührt von ihrem Schicksal. Um ihnen einen Eindruck von Marias Situation zu vermitteln, wurde kurz das Licht in der Kammer ausgeschaltet. Diese Erfahrung half den Kindern, sich besser in die damalige Zeit und die schwierigen Umstände hineinzuversetzen.

Die Stadtführung war für alle Beteiligten nicht nur äußerst interessant, sondern bot eine gelungene Mischung aus Geschichte und Kultur, an die sich die Kinder sicher noch lang erinnern werden.
