Eine gute und sichere Fahrt

Mühldorf – Zur Abschlussfeier der Mittelschule Mühldorf platzte die Aula aus allen Nähten. Lehrerin Sabine Kobel eröffnete die feierliche Veranstaltung mit dem perfekt vorgetragenen Lied „Ich wünsch Dir“ von Sarah Connor, später folgte „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani.

Die Schulchefin, Rektorin Regina Hornig, brachte in ihrer Eröffnungsrede Folgendes zum Ausdruck: „Wir sind heute zusammengekommen, um euren Abschluss zu feiern. Ihr steht jetzt am Ende eines Kapitels, jetzt beginnt ein neues, die Reise in die Zukunft. Dazu ist auch Bürgermeister Michael Hetzl gekommen – trotz eng getakteter Termine Ende Juli. Ich lade Sie und euch ein, uns auf dieser Reise zu begleiten“.

Bildungslandschaft ist wie eine Straßenkarte

Die Bildungslandschaft sei wie eine Straßenkarte: Jede Straße sei wie eine Fähigkeit, die die Schüler gelernt haben. „Die Lehrer sind dabei das Navi, das euch begleitet und die Richtung weist“. Jetzt kämen sie auf eine neue Straße, wie auf einer Autobahn gebe es dabei viele Ausfahrten, die man nehmen könne: Entweder direkt in den Beruf oder auf eine weiterführende Schule. „Ihr könnt euch in die Kolonne einreihen oder auf der Überholspur fahren. Manchmal wird es Umleitungen oder Staus geben, doch das ist ein Teil des Lebens. Habt keine Angst vor Veränderungen und neuen Herausforderungen, jeder Weg kann eine neue Chance sein.“

In der zehnten Jahrgangsstufe haben alle Schüler den Mittleren Bildungsabschluss geschafft, das ist eine Quote von 100 Prozent. In der neunten Jahrgangsstufe haben fast alle den erfolgreichen Abschluss hingekriegt, den Quali haben einschließlich der beiden M-Klassen mehr als 50 Prozent erreicht. Wer den Quali nicht geschafft habe, der habe die Navigationshinweise nicht befolgt oder falsch verstanden, so Hornig launig.

„Wie beim Begleiteten Fahren werden euch die Eltern weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Schnallt euch an und macht euch bereit für die Fahrt, die vor euch liegt. Ich wünsche dabei eine gute und sichere Fahrt“, so Regina Hornig abschließend.

Bürgermeister Michael Hetzl war in seinen Gedanken bei der eigenen Schulzeit: „Ihr werdet sehen, die Schule war schön, trotz Prüfungen und Hausaufgaben. Ihr habt jeden Tag eure Freunde getroffen. Die Schulzeit, das Jetzt und Hier, ist etwas Einzigartiges. Es gibt vielfältige Wege, die Ihr nun gehen könnt, ob weiter in die Schule oder in einen Beruf. Genießt jetzt den Erfolg und die letzten Ferien. Wir hoffen, wir als Kreisstadt Mühldorf haben euch die besten Bedingungen geschaffen. Immerhin seid Ihr bis zur Fertigstellung des Hallenbads im teuersten Gebäude der Stadt untergebracht. Ich wünsche euch alles Gute“.

Bergwanderung mit diversen Hindernissen

Mit der Übergabe der Zeugnisse erreichte die Feier ihren Höhepunkt. Die Lehrkräfte Helena Haselsteiner (9a), Andreas Baumgartner (9b), Bettina Eck-Hirschböck (9c), Beate Hager (Praxisklasse 9), Manuel Bolz (10a) und Dr. Philipp Kasper (10b) ließen die gemeinsam verbrachten Jahre humorvoll Revue passieren. So waren einige Fragen nicht zu klären gewesen, beispielsweise wie Herr Fischer mit Nachnamen heißt. Bei der Mehrzahl von „Brot“ waren die meisten für „Bröter“. Auf die Aufforderung „Kaugummi raus““ folgte die Antwort „Ich kaue meine Zunge“. Mancher ließ das „Rotbäckchen fliegen“ und meinte das Rotkehlchen. Erstaunlich war auch die Frage, drei Tage vor Beginn des Quali gestellt: „Was ist dieser Quali?“ Höhepunkt war der Tipp eines Schülers namens Basti: „Im Winter einen Schneeball einfrieren. Dann hat man im Sommer im Freibad etwas zum Werfen.“

Eine Lehrerin verglich die vergangenen zwei Jahre humorvoll mit einer „Bergwanderung mit Steinschlag und Wetterumschwüngen“, ein Lehrer bedankte sich: „Ihr habt zwei Jahre lang meine schlechten Flachwitze ertragen.“ Ein Schüler sagte in seiner Dankesrede für seine Lehrkräfte: „Wir hassen nicht die Schule, sondern nur das Lernen und die Hausaufgaben. Wenn ich in der Früh aufstand und in die Schule musste, war Frau Eck mein einziger Trost.“ Was sicherlich kein einziger Teilnehmer vergisst – die Abschlussfahrt nach Wien mit Prater, Stephansdom und dem Musical „Rock me Amadeus“.

Im Anschluss wurden die Klassenbesten geehrt: Roxana Cercea war dies in der Klasse 9a, Julian Reichl in der 9b. Joshua Kohl war der Beste in der 9c, in der Praxisklasse 9 schaffte dies Marie Groth.

In der 10a gab es zwei Mädchen mit gleichem Notenschnitt: Jessica Kerscher und Albulena Krasniqi. Die beste Schülerin der 10b heißt Lucija Ulakovic.

„Wir können viel mehr schaffen“

Auch die „Chefs“ der Schülermitverantwortung – Albulena Krasniqi, Hanin Korbsi, Damian Niagu und Radwan Abdi Kadir – bedankten sich: „Neun oder zehn Jahre haben wir mit Fleiß, Geduld, Lachen, Tränen, Mut, manchmal auch Glück gelernt. Jetzt ist das Ende erreicht. Oft brachten uns die Pausen mehr über das Leben bei als der Unterricht. Aber wir wissen jetzt auch: Wir können viel mehr schaffen, als wir selbst gedacht haben“.

Dann trat der sangesfreudige Lehrerchor auf die Bühne und beendete nach zwei Stunden die Feierlichkeit mit dem zum Event passenden Lied der Sportfreunde Stiller „Tage wie diese“.

VON HANS RATH

Die Klassenbesten (von links) mit Rektorin Regina Hornig, Roxana Cercea, Julian Reichl, Joshua Kohl, Marie Groth, Jessica Kerscher, Albulena Krasniqi, Lucija Ulakovic und Konrektorin Jennifer Steinhuber-Hinterstoisser.FOTO RATH

Dieser Artikel (ID: 2331371) ist am 31.07.2025 in folgenden Ausgaben erschienen: Mühldorfer Anzeiger (Seite 12), Waldkraiburger Nachrichten (Seite 12), Neumarkter Anzeiger (Seite 12).

Schreibe einen Kommentar

Nach oben scrollen